Monday, 9. November 2009Vor 20 JahrenTrackbacks
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Sorry, aber ich kann da einigen nicht nachvollziehen:
1. Die Wiedervereinigung ist gescheitert. Die Täter von einst sitzen, zur Verhöhnung der Opfer, wieder in Führungspostionen. 2. Es ist überhaupt nicht gut, daß dem Zoni alles in den Arsch geblasen wurde, Begrüßungsgeld, Krankenversicherung, Rente. Dadurch hat sich die zonentypische Raff-und-Jammer - Mentalität entwickelt. 3. Es kann auch nicht sein, daß wir unsere Rentner und unsere Städte vernachlässigen (Beispiel Gelsenkirchen), weil wir einen "Aufbau Ost" praktizieren. 4. Also was die Sprache angeht - schon grausam. Die Affinität zum ekligsten Extremismus dagegen kann ich beim besten Willen nicht tolerieren. Nicht nur, daß in Berlin die SED (oder wie auch immer sie sich jetzt nennt) mitregiert, der Zoni hat auch gleich die tumben Neonazis gesellschaftsfähig gemacht. Bitte erinnere Dich nur an die widerlichen Haßattacken in Hoyerswerda. Ohne Scheiß: Als ich das im Fernsehen sah, habe ich geheult. 5. Der Zoni ist faul, und das ist nur zu verständlich: Wenn es darum geht, gegen den Staat zu arbeiten, bin ich ja auch sofort mit Eifer dabei. Wäre ich in der Zone aufgewachsen, hätte ich alles getan, um meinen staatlichen Arbeitgeber zu torpedieren. Dummerweise gelingt es Menschen nicht, langfristige Angewohnheiten abzulegen. In unserem Kundenkreis werden keine Zonis eingestellt, weil sie entweder faul sind, klauen oder pampig zu den Kunden sind. 6. Der Zoni wollte nie "Freiheit", der Zoni wollte Cola, Bananen und "Plastepuller" (i.e. Kunststoffdildos). Und Westautos. 7. Die Schweiz zeigt es: Je kleiner, desto besser und effizienter kann ein Land verwaltet werden. Unsere Regierungen waren doch schon mit den "alten" Bundesländern überfordert. 8. Die gmeinsame Hauptstadt Berlin, von der soviel Verbrechen und Elend ausgegangen sind, widert mich an. Dabei wäre doch alles so einfach gewesen: DDR-Regime stürzen, Regime und Helefershelfer bestrafen, neue, demokratische Republik ausrufen - und dann arbeiten, arbeiten, arbeiten, um gemeinsam etwas zu schaffen - so wie das unsere Eltern auch getan haben. Nach weiteren zwanzig Jahren hätte man dann ja über eine "Wiedervereinigung" nachdenken können. Ich jedenfalls fühle mich in Österreich verdammtnochmal wesentlich mehr "heimisch" als beispielsweise in Sachsen. Gruß Hans, mit dem alten TITANIC-Motto, "Die endgültige Teilung Deutschlands - das ist unser Auftrag !"
Diese Antwort illustriert eigentlich recht gut, was noch zu tun ist. Ich will jetzt hier nicht rumflamen (dafür gibt's schließlich Usenet), aber....
....über die "zonentypische Jammermentalität" zu jammern, ist das nicht auch Jammermentalität? ....wurden nicht auch dem westlichen "Investor" als "Begrüßungsgeld" Betriebe zum Ausnehmen und Plattmachen für eine Mark "in den Arsch geblasen"? ....ist nicht jemand, der 2009 immer noch die Vorurteile von 1989 ausgräbt ("faul und pampig") und dazu Terminologie von 1949 ("Zone") benutzt genauso von gestern wie jemand, der 2009 die Nazis wählt? Zugegeben ist nicht alles toll gelaufen. "Aufbau nur im Osten" find ich genauso doof wie "Frauen werden bevorzugt eingestellt". Gleichberechtigung muss schon sein -- wenn eine Straße kaputt ist, muss sie halt geflickt werden, egal, ob sie in Görlitz oder Saarbrücken ist. Und wegen mir hätte die Vereinigung auch später kommen können, und die NPD kann bitteschön in irgendeinem Atommüll-Endlager verschwinden. Aber irgendwie ist es doch toll, dass es dennoch ganz passabel funktioniert hat. Und das sagen mir nicht nur andere "Zonis". --Stefan (heimisch in Sachsen)
Ich war damals zuhause, ebenso wie meine Eltern und ein Verwandter, der tatsächlich kurz zuvor noch abgehauen war und sich nun mit Tränen in den Augen die Berichte im Fernsehen ansah.. Ich habe die Tragweite dessen damals gar nicht realisiert, hatte aber durch Verwandte in der damaligen DDR immer einen Bezug dazu, daß es da "noch ein Deutschland" gab. Zudem ist mein Vater in Dresden geboren und hat einen Teil seiner Kindheit dort verbracht. Meine Eltern fuhren nur einmal mit mir nach (West)Berlin vor der Wende, hinterließ aber Eindruck, auch wenn ich da noch weniger begriffen habe als bei der Maueröffnung. Das kam eigentlich alles erst später. Unter den Bekannten meiner Mutter war eine, die, seit Generationen in Franggn, kaum etwas mitbekommen hatte von der DDR und der Teilung und jetzt ganz erstaunt war. Eigentlich unvorstellbar..
Den Kommentar #1 nehme ich als böse Satire hin; sollte ich damit falsch liegen, kann ich ihn nur als unsinnig ignorieren. |
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