Saturday, 24. December 2005
Nach meiner Reise in die Vergangenheit vor 2 Wochen hatte ich heute eine etwas ruckelige, dafür um so schmerzhaftere Rückreise in die Gegenwart.
"Rückreise aus der Vergangenheit" vollständig lesen
Monday, 12. December 2005
Die letzte Woche war scheinbar eine Reise in die Vergangenheit...
Es ging damit los, dass ich Donnerstag zu meinen Eltern gefahren bin, um mit Hilfe meines Vaters eine Gitarre für eine Freundin zu kaufen. Ich hatte danach auf dem Weg zum Bahnhof noch etwas Zeit, daher habe ich beschlossen, dass ich mal an meiner alten Schule vorbeigehe.
Als allererstes stellte ich fest, dass die Schule daneben (in der meine kleine Schwester ist), einen Anbau hochzieht. Dann, dass ich selbst von den Oberstufenschülern keinen mehr kenne.
Dann, dass die Putzfrauen immer noch dieselben sind. Ich hab mich sehr nett mit einer unterhalten, die sogar noch meinen Namen wusste - also, den vor der Hochzeit - und schon beim Hand schütteln stellte sie fest, dass ich verheiratet bin.
Im Lehrerzimmer hat mir wer aufgemacht, den ich noch nie gesehen hatte. Ich bin mir jetzt nicht ganz sicher, ob er Referendar ist oder junger Lehrer, aber er war wohl kaum wirklich viel älter als ich. Leider war gerade Unterricht, und daher das Lehrerzimmer eher dünn besiedelt - eben mit drei jungen Lehrern, von denen keiner über 30 gewesen sein kann, und die ich entsprechend nicht kannte. In der Pause kamen ein paar Lehrer rein, die ich dann kannte, und zeigten sich sehr erstaunt und ich glaube auch etwas erfreut über meinen Besuch, und im Laufe der nächsten Schulstunde wurden es noch mehr, da danach Gesamtlehrerkonferenz war. So konnte ich ein paar Takte mit meinem Englisch-LK-Lehrer reden, kurz mit meinem Musik-LK-Lehrer, etwas länger mit einer alten Biolehrerin, die ich glaube ich das letzte Mal in der 9. Klasse gehabt hatte, mit einer Reli-Lehrerin, die ich nie gehabt hatte, aber von irgendwoher trotzdem kannte, und mit noch ein paar meiner ehemaligen Lehrer. Ich habe erfahren, dass mein Ethik-Lehrer (dessen hochinteressantem Unterricht ich es zu verdanken habe, dass ich 15 Punkte im mündlichen Abi hatte) bald pensioniert wird, dass mein Mathe-Grundkurs-Lehrer schwer krank ist (was mich nicht wirklich allzu sehr wundert, da er Kettenraucher war / ist), dass eine frühere Klassenkameradin, deren Mutter Lehrerin ist, irgendwas im Kommunikationsbereich studiert hat und jetzt auf Jobsuche ist, dass... jede Menge halt.
Es war ein total verrücktes Gefühl, durch die altvertrauten Gänge zu laufen, teilweise sogar noch Bilder an den Wänden hängen zu sehen, die ich noch von vor 5 Jahren kannte, bekannte Gesichter zu sehen und zu sehen, wie sie sich verändert haben, älter, ja teilweise richtig alt geworden sind...
Am Sonntag dann war ich in Mannheim, mit Freunden dort auf dem Weihnachtsmarkt. Ich weiss nicht, wann ich dort das letzte Mal war, muss ein paar Jahre hergewesen sein, aber nicht so ewig. Und dennoch...
Auf diesem Weihnachtsmarkt gibt es ein Karusell. Ein wunderschönes, zweistöckiges Karusell. Irgendwo stand, dass es schon über 100 Jahre alt ist. Und bei dem Karusell dabei ist ein Wagen mit einer Orgel. Alles schön geschnitzt, bunt bemalt... Als kleines Kind, also vor an die 20 Jahren, saß ich schon auf diesem Karusell. Oft und gerne. Und die Orgel fand ich total beeindruckend. Gestern stand ich wieder davor und fragte mich, ob das früher auch schon so klein war, oder ob es wer geschrumpft hat. Aber die Orgel fand ich immer noch toll. Nur war das nicht die einzige Reise in die Vergangenheit an diesem Tag.
Wir sind dann später zur neuen Wohnung des befreundeten Paares gefahren. Auch diese Fahrt ging durch irgendwie vertraute Gefielde, zumindest teilweise. Als wir dann ausgestiegen sind aus der Straßenbahn, stellte ich fest: Wir sind gerade 2 Blöcke weg von dem Gymnasium, in dem ich in der 5. Klasse war. Und da, wo früher ein popeliger Bus fuhr, fährt jetzt eine Straßenbahn. Und ein paar Meter die Straße runter ist der Weg, den ich immer gegangen bin, wenn ich mit dem Bus zur Schule gefahren bin. Den konnte ich vom Balkon der Freunde sogar sehen, ein kleiner Grünstreifen zwischen Häusern. Und sie wohnen keine 100 m Luftlinie von der Schule weg. Verrückt.
Ich weiß nicht, manchmal habe ich das Gefühl, ich werde alt. Dann, wenn ich mir Gedanken mache, wie lange es her ist, dass ich dort zur Schule gegangen bin. Wenn ich mir anschaue, wie sehr sich alles verändert hat. Und vor allem dann, wenn ich mir überlege, wie sehr ich mich verändert habe. Mein Abitur ist etwas über 5 Jahre her. Es kommt mir vor, als sei es in einem anderen Leben gewesen.
Wednesday, 7. December 2005
Man stelle sich vor, es ist früher Morgen. Kurz vor 9, um genau zu sein. Nach der ersten Tasse Tee und einer Nacht mit zu wenig Schlaf - nicht nur bin ich wie immer zu spät ins Bett gegangen, ich konnte noch dazu nicht sonderlich gut einschlafen und war dann auch noch zu allem Überfluss eine Stunde vorm Wecker wach - erwache ich so langsam, und dann ist auch schon fast Zeit für die Radionachrichten. Wie immer um diese Zeit - und besonders extensiv zur Zeit, da so kurz vor Weihnachten ja eh alle mit psychischer Folter zum Konsum gezwungen werden müssen - kommt vor den Nachrichten - die dem Foltergrad der Werbung in nicht wirklich viel nachstehen - die Werbung.
Besondere Gänsehaut (verbunden mit Zähneknirschen, daher keine wohlige solche) hat mir folgende Werbung gemacht - man hört die Stimme eines kleinen Kindes: "Blau... blaaaau... Roooot! Mama, jetzt können die Nudeln in den Topf!" Die Werbung ist für einen neuen Topf von Fissler, der eine Temperaturanzeige hat. Ich denk mir nur - wie unnötig ist sowas? Also, ich meine... Nudeln kommen dann ins Wasser, wenn selbiges sprudelnd kocht... Ob die Anzeige am Deckel da rot leuchtet, oder meinetwegen lilablassblau pulsiert... who cares?
Meine Güte, ich lasse mir ja gefallen, dass es toll ist, um Gemüse möglichst schonend zu garen und so. Aber die Werbung ist sinnbefreit. Für Nudeln ist sowas definitiv albern.
Sunday, 4. December 2005
Die Weihnachtsmarktzeit hat endgültig voll und ganz zugeschlagen. Das ist an und für sich ja nichts schlimmes, ich flaniere selbst gerne über Weihnachtsmärkte, gucke mir die feilgebotenen Nutz- und Geschmacklosigkeiten an und schnuppere an den Essensständen rum, und hin und wieder gönne ich mir auch mal einen Glühwein. Einen, wohlgemerkt. Mehr vertrag ich nicht. Mehr vertragen wohl auch diverse andere Leute nicht.
Denn wenn ich denn mal abends länger unterwegs bin, was ich momentan aus irgendeinem Grund öfter bin, dann ist die Bahn immer voll von Leuten in verschiedenen Stadien der Abfüllung. Da sind die Kids (die bestimmt schon 18 sind, die für mich, 8 Jahre älter, aber immer Kids sein werden...), die einfach nur unglaublich albern sind und sich die ganze Zeit nur totlachen. Da sind die Studenten, die auf sehr hohem Niveau besoffen sind. Es ist immer wieder nett, einem völlig sinnlosen, aber intelligent geführten Gespräch zuzuhören. Es gibt die Doofen, die Prolls, die nüchtern genauso doof sind wie besoffen, da ändert sich garnix, nur die Fahne. Und dann gibts noch die Berufssäufer. So einen hatte ich Freitag abend in der Bahn gegenüber von mir sitzen - der dann lallenderweise anfing sich aufzuregen über die Kids, die so furchbar albern seien, und über mich, die ich angestrengt in die andere Richtung gestarrt habe, wie arrogant ich sei (oder sowas in der Art glaube ich verstanden zu haben, als ich aus der Bahn gestiegen bin). Und gestern im Bus war auch noch ein Exemplar dieser Art, allerdings hatte der wohl nochmal einen mehr geladen als der Laller am Freitag... Er schlief den Schlaf der Ge... nein, der Besoffenen, ausgebreitet über vier Sitze im Bus. Und schnarchte. Hin und wieder bewegte er sich ein wenig, rückte sich zurecht, schnarchte weiter. Von Endhaltestelle zu Endhaltestelle - wo er dann auch nicht aufwachte und sitzenblieb.
Es muss wohl wer den Busfahrer darauf aufmerksam gemacht haben, denn als wir unseren dritten Mitfahrer in die Straßenbahn gesetzt hatten und nochmal am Bus vorbeigelaufen sind, stand eine Traube Menschen inklusive Busfahrer um einen hoch aufgerichteten, gestikulierenden Menschen, der wohl gerade realisiert hat, dass er schon ein paar Stationen zu weit war. Bus- wie alkoholtechnisch.
...ist die Völlerei. Meine Lieblingssünde, glaube ich. Oder, fast. Okay. Vielleicht ganz knapp hinter Unkeuschheit und Faulheit.
Nachdem ich letzte Woche meine Gäste mit Pute gemästet habe, hat sich einer meiner Gäste heute revanchiert und ebenfalls zum Geburtstag geladen. Als Rache sozusagen. Kalorien mit Kalorien gerächt. Ähnlich oppulent fiel denn dann auch das Gelage aus. Es gab Schweinefilets, die in Kräutern sozusagen fast paniert waren, dann angebraten und mit einer Sauce aus Creme Fraiche, Pilzen und Käse komplettiert - üppig ohne Ende... Dazu gab es Reis und was, was eigentlich so simpel wie lecker ist: Statt als Flüssigkeit für einen Anrühr-Kloß-Teig nur Wasser zu nehmen, war ein Teil des Wassers mit einem aufgeschlagenen Ei ersetzt worden und die Masse dann in Scheiben geschnitten und angebraten worden, als Kartoffeltaler. Yummy!
Es stellte sich heraus - dieses Essen haut rein! Gut... kein Wunder bei der Menge an Creme Fraiche und so, die da drin war... Und es macht süchtig. Eigentlich hätte ich garnicht aufhören mögen mit Essen, aber irgendwann hat mein Magen einfach gestreikt. Wegen Überfüllung vorübergehend geschlossen. Schade eigentlich. Dann wiederum... wenn ich mir überlege, was wir übergelassen haben, dann waren das etwa 1 1/2 Portionen. Wir waren 3 Leute weniger als ursprünglich vom Gastgeber geplant. Äääääh...
Und dann gabs auch noch Nachtisch! Noch sowas raffitückisches: Unten Eis, dann Mandarinen (ich glaub, mit Grand Manier, wenn ich das richtig geschmeckt hab) und dann eine angebräunte Eischneehaube.
Und jetzt bin ich mal wieder im Fresskoma. Ich versuche gerade, den Fleisch-Creme Fraiche-Käse-Klumpen in meinem Magen etwas aufzuweichen, mit einem gediegenen Absacker (lecker Whisky) und werde dann wohl bald ins Bett kugeln. Laufen geht schwerlich. Ich hoffe, das geht nicht so weiter bis Weihnachten...
Monday, 28. November 2005
Nachdem Mela schon darüber geschrieben hat, und Rince auch , hier noch von mir in aller Ausführlichkeit zum großen Fressen
Alle Jahre wieder, Ende November, veranstalte ich ein großes Putenmetzeln, getarnt unter dem Decknamen "Amerikanisches Thanksgiving-Essen". Dazu wird ein kleiner, erlesener Kreis von liebe Menschen eingeladen, die nach allen Regeln der Kunst mit Spezereien abgefüllt werden. Dieses Jahr ging es los mit einer Kürbissuppe mit Croutons und gerösteten Kürbiskernen, danach Salat aus Spinatblättern mit einer Auswahl von "Zusätzen" - Pecannüsse, Kürbiskerne, Speckwürfel, Krabben, einem Honig-Senf- und einem Kürbiskernöl-Kräuter-Dressing. Dann folgte der Hauptgang. Eine 6-kg-Pute (was im Vergleich zu den 9 letztes Jahr eher zierlich ist), gefüllt mit Toastwürfeln, Speck, Sellerie, Zwiebeln und Salbei, dazu Kartoffelbrei, Süßkartoffeln mit einer Butterpecan-Kruste, Rosenkohl, Karotten mit Ahornsirup, Mais mit Frischkäse, Cranberry-Relish (eine Sauce aus geschredderten Cranberries, Ananas, Orange, von mir noch verfeinert mit Ingwer und Jalapeños) und einer Sauce aus Bratensaft. Als allererstes musste das Tier "medienwirksam" auseinandergenommen werden...
Beweisbild (vielen Dank an Rince):
Meine Gäste haben mich heuer ziemlich erstaunt. Ich bin es ja eigentlich gewohnt, dass von dem Vogel jede Menge übrigbleibt. Nicht so dieses Jahr. Die letzten Reste - die eigentlich auch nur Krümel waren - gab es noch Sonntag zum Frühstück, sonst wurde alles schon am Samstag Abend weggeputzt. Hut ab. Nachtisch gabs dann auch noch - Kürbis- und Pecan-Pie, und Vanille- und Walnuss-Eis.
Danach wurde dann noch lecker Whisky verkostet, von dem ich netterweise zwei Flaschen zum Geburtstag bekommen habe - eine mit dem Kommentar: "Statt Blumen." Na, das nehm ich doch immer gerne, statt Blumen - macht auch deutlich länger Freude! Dankeschön!
Ich möchte allen, die da waren, für die tolle Stimmung danken - hat richtig Spaß gemacht mit Euch. Ich hoffe, Ihr könnt Euch mittlerweile wieder bewegen. Also, ich meine, nicht nur den Berg runter kullern oder so.
Tuesday, 8. November 2005
Mein Tag geht eigentlich jeden Tag mit Nachrichten los, denn der Radiowecker ist so eingestellt, dass er etwa eine Minute vor 7 losgeht. Gleich das allererste Thema heute waren natürlich mal wieder die Koalitionsverhandlungen. In dem Beitrag kam folgende Aussage: "Unter anderem soll das Bafög bestehen bleiben." Das hat mich stutzig gemacht. Wenn es so erwähnenswert ist, dass es bestehen bleibt, dann heißt das doch, dass ernsthaft darüber diskutiert wurde, es abzuschaffen? Ich meine, wie verrückt ist das? Einerseits werden Studiengebühren eingeführt, und dann überlegen sie, den Studenten die oftmals einzige Quelle für Zuschüsse zu streichen. Klar, es gibt auch Stipendien, aber die kommen nunmal nicht für jedermann in Frage - denn nicht jeder ist politisch oder kirchlich aktiv oder der totale Überflieger.
<zyn>Schön, wenn der Tag so anfängt. Das hebt die Laune doch ungemein.</zyn>
Wednesday, 24. August 2005
straaaahl
In 1 Woche und 2 Tagen um diese Zeit bin ich schon unter der Haube. Heute war ich im Breuninger (großes Edelkaufhaus in der Stuttgarter Innenstadt) bei einem Termin zur Make-Up-Beratung. Jetzt bin ich aufgebrezelt bis zum gehtnichtmehr - und es schaut total geil aus! Ich habe sämtliche Bestandteile für meine Hochzeitstracht zusammen - ein rotes Korsett von TO.mTO Berlin, ein langer schwarzer Rock, Silber-Granatschmuck (den klassischen Granatschmuck, den ich eigentlich gerne hätte, Stilrichtung Jugendstil in etwa, kann ich mir leider nicht leisten, den gibts entweder in antik oder garnicht...), und jetzt eben noch das Make Up.
Jetzt übe ich gerade wieder Korsett tragen und fühl mich eigentlich sehr wohl, so eingeschnürt. Diesmal hab ich aber beschlossen, den Rock gleich mit zu tragen - um auch mal zu sehen, wie langzeittauglich der in Kombination mit dem Korsett ist. Er ist. Und alles zusammen schaut nochmal besser aus als jedes Teil einzeln. Wobei jedes Teil einzeln schon toll ist. Ich gefall mir jedenfalls. Und meinem Liebsten gefall ich auch. Er sieht ja auch ansabbernswert aus mit dem Anzug, den er tragen wird. Die Dame, die mich geschminkt hat, fand das total niedlich, als ich das mit dem Ansabbern meinte - "Ist ja schön, wenn man das nach 6 Jahren immer noch macht..."
In diesem Sinne - ich gewöhne mich mal weiter an das Korsett und bring meinen Liebsten zum Sabbern, indem ich so durch die Wohnung schwebe
Friday, 12. August 2005
...habe ich folgendes aufgeschnappt... Slowtiger, von dem das ursprünglich kam, hat mir netterweise gestattet, es zu bloggen:
Slowtigers Heisenbergsche Netzwerk-Unschärferelation
1. Entweder ist der physikalische Ort eines Rechners bekannt, oder aber sein Netzwerk-Status (angeschlossen oder nicht), aber nicht beides.
2. Entweder läßt sich ein Rechner problemlos pingen, verweigert aber jegliche Datenübertragung, oder aber er überträgt klaglos Daten, obwohl er eigentlich gar nicht im netz ist - aber nicht beides.
3. Du kannst entweder Daten übertragen oder drucken, aber niemals beides.
4. Netzwerkkarten, die im Inventarverzeichnis stehen, sind verschwunden. Rechner, die laut Inventar ohne Netzwerkkarte sind, besitzen eine. (Das Einkäufer-Paradoxon)
5. Offen herumliegende Ethernetkabel bieten jahrelang stabile Verbindung. Abgeschlossene Patchbays in gesicherten Räumen werden bei nächster Gelegenheit vom Praktikanten geöffnet, der mal eben "nach Farben sortiert neu verkabelt, weil das sah alles so unordentlich aus."
Wednesday, 20. July 2005
Irgendwie scheint mein Studium so fast an mir vorbeigeflogen zu sein. Vorgestern noch war ich im ersten Semester, und gestern habe ich meine letzte Klausur vor der Diplomarbeit geschrieben. Verrückt.
Ich habe angefangen zu studieren, ohne zu wissen, was ich mit dem Studium anfangen will. Vorgabe meinerseits war: "Was mit Technik, und kreativ." und "Keine Mappe." Ich bin durch verschiedene Berufswünsche gegangen... Webdesign (ja, ich schäm mich ja schon... aber vor 4 Jahren war das noch nicht sooo böse), Computeranimation / visual effects, Tontechnik, Event-(ja, was eigentlich? Technik? Management?). Bei letzterem werde ich wohl hängen bleiben. Ist ja auch spannend.
Aber wenn ich jetzt so drüber nachdenke, was mir mein Studium eigentlich gebracht hat, dann würde mir auf Anhieb nichts einfallen.
"Was haben Sie denn im Studium gelernt?" - "Jede Menge Kram, mit dem ich niemals was werde anfangen können. Ich habe verlernt, wie man lernt, ich habe meinen Ehrgeiz verloren, den ich in der Schule hatte, und ich weiß immer noch nicht, was ich mit meinem Leben anfangen will."
Was ich meinem Studium hoch anrechnen kann, ist dass es mir (auch dank meiner Fächerwahl und allgemeiner Studienfaulheit) die Zeit gelassen hat, mich in der Welt außenrum umzugucken. So bin ich beim CCC gelandet, im irc gelandet, bin auf Linux umgestiegen und wusle im Open-Source-Umfeld rum... Eigentlich nicht schlecht. Aber studieren hätt ich dazu nicht müssen.
Überhaupt, wenn ich heute nochmal mein Abi machen würde, dann würd ich wahrscheinlich auch alles ganz anders machen. Erst mal ne Ausbildung. Als was? Äääääh. Mist. Erwischt. Vielleicht Fachinformatiker. Oder was Soziales. Vielleicht würd ich auch Psycho studieren, oder Medizin. Aber das wäre wahrscheinlich nur der Versuch, mich selbst zu therapieren. Vielleicht würde ich es auch nicht anders machen. Vielseitigkeit in einer Welt, in der Fachidioten herangezogen werden, ist verdammt ungeschickt bei der Wahl des Berufswunsches.
Und was passiert jetzt? Nun, erst mal werde ich meine Diplomarbeit schreiben. Und danach werde ich wohl im Bereich Event-Management anfangen. Und wohin will ich? Ich habe keine Ahnung. Wahrscheinlich setze ich in 5-6 Jahren ein paar Kinder in die Welt und werde Hausfrau und Mutter, und mit 40 bin ich frustriert und mache Yogakurse und suche, wo ich in die falsche Richtung gelaufen bin. Nun, for the records: Es war heute und jetzt. 2005. Als ich mich nicht entscheiden konnte, wohin ich will.
Friday, 6. May 2005
Gerade auf der Couch kam der Vorschlag, wenn es einem zu langweilig würde, könne man ja einfach mal ein paar wichtige Server runterfahren, dann hätte man prompt wieder ausreichend Arbeit. Da musste ich an was denken, was ich gerade erst heute gelesen hatte, ich weiß leider nicht mehr wo. Sinngemäß stand da: "Wenn es einem als Admin langweilig wird, dann kann man ja einfach mal in den Serverraum gehen, ein paar Kabel ziehen und dann warten, bis sich die Kunden melden, weil was nicht tut. Ab in den Serverraum, Kabel wieder reinstecken und man ist der Held, weil man alles wieder zum Laufen gebracht hat."
Bei "normalen" Menschen nennt man das glaub ich Münchausen-Syndrom, wenn sie Krankheiten und Verletzungen verursachen, um sie dann zu heilen, oder...?
Thursday, 27. January 2005
www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,338746,00.html
Hieraus folgendes Zitat:
Studiengebühren von rund 500 Euro pro Semester seien auch für ärmere Studenten problemlos ohne Kredite zu finanzieren, sagte Goppel. Die Betroffenen müssten lediglich "jeden Monat für hundert Euro auf etwas verzichten oder zwei Nachhilfestunden geben"
Hallo?? Ich weiß nicht, wovon Herr Goppel gelebt hat, als er studiert hat, aber für 100 Euro auf etwas verzichten im Monat hieße bei mir zumindest, auf vielleicht 20-30 Euro "social life" zu verzichten, vor allem aber auf 70-80 Euro Alltagskosten zu verzichten. Gut, Herr Goppel. Ich ziehe unter die Brücke. Oder, ich heize nicht mehr und schaffe so unnötige Dinge wie Waschen völlig ab. Ich gehe nie wieder zum Arzt, himmel, 10 Euro Praxisgebühren sind schließlich Luxus, man muss ja verzichten können. Ich ernähre mich nur noch von Nudeln ohne Sauce. Salz lasse ich natürlich weg beim Kochen - Luxus pur! Ich lasse das Mensaessen weg. 3 Euro pro Tag, das macht 60 Euro im Monat! Super, da habe ich ja schon meine Gebühren fast zusammen! Ich kaufe mir kein Studiticket mehr, sondern fahre nur noch schwarz mit der S-Bahn. Wenn ich geschnappt werde... nun ja. Ein bisschen Schwund ist immer - kein Geld, um weiterzustudieren.
Oh, und zwei Nachhilfestunden... Wenn der Mensch Kinder hat und deren Nachhilfelehrer 50 Euro auf die Stunde verdienen - dann sollte er vielleicht mal Nachhilfe im Rechnen nehmen. Guter Mann, das waren mal fast 100 Mark. Und dafür kriegen Ihre Bälger eine Nachhilfestunde. Ich glaub, ich muss kotzen. Vielen Dank für das Gespräch.
HALLO?? Was hat der gute Mensch geraucht? Hat er mir was übrig gelassen? Ich glaube, das brauche ich jetzt. Aber. Nein, stopp. Das kann ich mir ja nicht leisten.
So, das musste gesagt sein.
Auf viele weitere tolle Politiker! mit dem Wasserglas anstoß (alles andere ist zu teuer)
Saturday, 25. December 2004
Hach, Katzen sind was Schönes. Nicht nur sind sie teilweise furchtbar verschmust, sie können auch für sehr viel Spaß sorgen.
Da wäre zum Beispiel das schwarze Monstrum meiner Eltern. Das süße kleine Katerchen von vor 2 Jahren, als es dem Verhungern nahe und völlig mutterseelenallein in einem Wald aufgelesen worden war, ist mittlerweile zu einem stattlichen schwarzen Panther herangewachsen - was ihn nicht minder niedlich macht. Da stand ich nun gestern in Bad bei meinen Eltern und habe meine Zähnchen geputzt. Interessant, dachte sich das Katertier (das auf den Namen Micki, Mickerich oder dergleichen genausowenig hört wie auf Kater oder Mistviech), und sprang auf den Waschtisch hoch. Ich drehte den Wasserhahn auf - der Kater wich zurück. Kaum war das Wasser aus, wagte der Kleine (sorry, das ist er nicht mehr, aber irgendwie wird er das für mich immer bleiben...) wieder an den Wasserhahn. Das Spiel wiederholte sich mehrere Male - Wasser an - Katze weg, Wasser aus - Katze wieder da. Manchmal war er schnell genug, manchmal hat er auch ein paar Tropfen abbekommen. Begossene Katze eben. Sah übrigens sehr hübsch aus, die Wassertropfen auf den schwarzen Katzenohren. Und irgendwann fing er dann noch an, aus dem Wasserstrahl zu schlabbern. Komisch, durstige Hunde, das kenne ich, aber eine durstige Katze war mir neu. Er hat mir sogar aus der Hand getrunken. Sehr schön, das alles. Wie war das, in der Christnacht können die Tiere sprechen? Naja, gesprochen hat er nicht, aber wir hatten doch viel Spaß miteinander, da am Wasserhahn.
In diesem Sinne, frohe Weihnachten!
Thursday, 16. December 2004
Die Geekcouch hat ein Blog. Das heißt, wir werden nicht nur uns selbst im irc auf die Nerven gehen, sondern können das nun auch öffentlich tun. Find ich klasse!
Ich wünsche allen viel Spaß hier, tobt euch aus.
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Kommentare
Tue, 08.05.2012 09:09
Als Vortragender bist Du natür lich willkommen! Und bzgl. "K ameras am Austragungsort": da könnt man ja mal ne Bege [...]
Tue, 21.02.2012 08:39
Das Elterngeld ist nichts im V ergleich zu dem Einkommensverl ust, den ich habe, weil ich di e 2 Jahre uebrigen Jahre [...]
Tue, 20.12.2011 11:17
Ich denke auch, man schwätzt z uweilen viel, wenn der Tag lan g ist und kann nicht alles ums etzen. Frage ist, sch [...]
Tue, 20.12.2011 01:02
An ihren Früchten werdet ihr s ie erkennen.
Mon, 19.12.2011 23:54
Überlebender von Cighid?
Mon, 19.12.2011 14:59
Hört sich nach meiner Kindheit an.
Thu, 27.10.2011 21:37
Die Realitäten in .de sind seh r schön zusammengefasst. Es i st nach wie vor nicht gewünsch t, daß Mütter arbeiten. [...]
Mon, 25.07.2011 21:03
Du kriegst, wenn du ein Kind b ekommst, einen riesigen Ordner voll mit Papier. Es wuerde re ichen, wenn man den Elte [...]
Wed, 04.05.2011 18:40
Nur der Vollständigkeit halber : Was zu seinem Tod geführt ha t, habe ich bewußt ausgelassen . Denn es ist letztlich [...]
Wed, 04.05.2011 09:01
Ich kann mich auch nich "freue n". Wollte eigentlich auch noc h dazu bloggen. Militärische A ktionen auf fremden Hohe [...]
Tue, 03.05.2011 22:45
Ich sehe es genauso wie du.
Tue, 03.05.2011 20:01
http://www.lawblog.de/index.ph p/archives/2011/05/02/den-sche in-des-anstandes-wahren/ Du bist nicht allein
Wed, 23.02.2011 10:39
Och, man[1] erzählte mir, daß schon so manche Doktorarbeit g elesen wurde, indem sie vier W ochen lang auf einem Sch [...]
Wed, 23.02.2011 09:04
...und ich frag mich immer noc h ob die Prüfer die Arbeit übe rhaupt gelesen haben.
Wed, 02.02.2011 19:51
Ja, latürnich. Aber spätestens seit "wag the dog" bin ich in Medienkritik hinreichend gesc hult, um Objektivität be [...]